Gesamtschule im Gartenreich

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Ein Wettbewerb wie er im Buche steht

Lesewettbewerb der sechsten Klassen 2026 an der GiG

Der diesjährige Vorlesewettbewerb der Klassen 6a und 6b entwickelte sich zu einem echten Glanzlicht im Schulkalender. Jeweils drei Klassensieger traten gegeneinander an, um sich einer besonderen Herausforderung zu stellen: komplizierten Texten aus dem Mittelalter.

Die Schelmengeschichten des Till Eulenspiegel verlangten den Vorlesern dabei alles ab. Umso beeindruckender war es zu sehen, mit welcher Konzentration und Ausdauer sich die Schülerinnen und Schüler auf diese sperrigen Texte einließen. Die Jury zeigte sich entsprechend angetan davon, wie souverän alle sechs Teilnehmenden diese Aufgabe meisterten.

Alle Anwesenden konnten miterleben, wie sich die Vorleser auf das sprachliche „Experiment Mittelalter“ einließen. Statt vor ungewohnten Begriffen und der fremden Rhythmik zurückzuweichen, nahmen sie die Herausforderung an und machten die Welt des Schelms Eulenspiegel durch präzise Betonung und Modulation für das Publikum greifbar.

Bevor die Scheinwerfer auf das große Finale gerichtet wurden, leisteten alle Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen eine beeindruckende Vorarbeit, die höchste Anerkennung verdient. Im Vorfeld des Wettbewerbs herrschte in den Klassenzimmern eine intensive literarische Atmosphäre: Jedes Kind stellte ein selbstgewähltes Buch vor, gab fundierte Einblicke in die Biografie der Autorinnen und Autoren und präsentierte eine sorgfältig ausgearbeitete Zusammenfassung. Die Vorleseleistungen wurden jeweils mit viel Applaus belohnt.

Durch diese individuellen Buchvorstellungen und die engagierten Lesevorträge vor der eigenen Klasse wurde der Wettbewerb zu einem echten Gemeinschaftsprojekt, an dem jede und jeder aktiv beteiligt war. Es war dieser breite Einsatz und die spürbare Freude am Erzählen, die das Fundament für den Erfolg des gesamten Vorlesewettbewerbs legten.

Neben der Leseleistung am Rednerpult beeindruckte jedoch noch ein weiterer Aspekt: die außergewöhnliche Disziplin und Empathie im Publikum. Während der Vorträge herrschte im Raum eine konzentrierte, beinahe ehrfürchtige Stille. Dieses „komplizierte Zuhören“ – das Aufnehmen der teils schweren mittelalterlichen Sprache in absoluter Ruhe – verlangte den Mitschülerinnen und Mitschülern ein hohes Maß an Ausdauer ab.

Besonders hervorzuheben ist dabei die große Bereitschaft der Klassen, die Leistungen ihrer Mitstreiterinnen und Mitstreiter neidlos anzuerkennen. Statt Rivalität prägte ein faires, wertschätzendes Miteinander den Wettbewerb. Die Schülerinnen und Schüler bewiesen damit nicht nur literarisches Verständnis, sondern auch soziale Reife: Sie schufen einen geschützten Rahmen, in dem sich die Vorleser mutig den anspruchsvollen Texten stellen konnten. Diese gegenseitige Wertschätzung machte den Wettbewerb zu einem echten Höhepunkt des Schullebens.

Die drei Erstplatzierten freuten sich am Ende besonders über ihre Auszeichnungen sowie einen Gutschein einer Buchhandlung.